geschichte

BORDEI – TERRA VECCHIA

Geschichte und Hintergrund 

Ursprung der ganzen Stiftungsidee ist die Vision von Jürg Zbinden,  damals 18 Jahre alt, zusammen mit sozial gefährdeten Kindern und Jugendlichen und Gleichgesinnten ein Dorf aufzubauen und eine Lebensgemeinschaft zu bilden. 1969 wurde er durch einen Zeitungsartikel auf das „verwunschene“ Dorf Terra Vecchia in den Centovalli aufmerksam gemacht und konnte dieses nach mehreren Verhandlungen mit seinem Ersparten für Fr. 5'000.00 erwerben. Es war die Zeit des gesellschaftlichen Aufbruchs der Nach-68er-Jahre. Freunde und erste Mitarbeiter liessen sich von der Idee begeistern. Zusätzlich konnte Jürg Zbinden verschiedene Häuser in Bordei - einem aussterbenden Tessiner Weiler am gegenüberliegenden Hang von Terra Vecchia - erwerben. Dieses Dorf wurde zum „Basislager“ für die beginnende Aufbauarbeit. Als junger Sozialarbeiter gründete er 1970 zusammen mit seinem Freund Heinz Müller die Arbeitsgemeinschaft Terra Vecchia, die 1973 unter Mithilfe und der Federführung des Berner Pfarrers, Dichters und Politikers Klaus Schädelin in eine Schweizerische Stiftung umgewandelt wurde. Damit wurde der Grundstein gelegt für alle zukünftigen Werke und Gemeinschaften der Stiftung Terra Vecchia (Gemeinschaft zum Schlüssel 1975, Corte di Sotto 1976, Betriebsgruppe Melchenbühl 1983 sowie die Gemeinschaft Brienzwiler, die 2003 mit Corte di Sotto zur Betriebsgruppe Brienzwiler fusionierte).  Zweck der Stiftung ist es, Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen, die in der Auseinandersetzung mit sich und der heutigen Umwelt bedroht sind, zu helfen und gleichzeitig Terra Vecchia wieder aufzubauen und Bordei vor dem endgültigen Zerfall zu retten.

BORDEI

Durch den unermüdlichen Einsatz von Jürg Zbinden wurde ein grosses Netzwerk von Beziehungen, Freundschaften und Sponsoren aufgebaut. Zusammen mit den anvertrauten Jugendlichen und mit der tatkräftigen Unterstützung von Aussenstehenden wurde Bordei über Jahre hinweg instand gestellt und mit neuen Impulsen belebt. So wurde die Kirche renoviert, der grosse Garten zur Versorgung der neuen Bewohner wieder angepflanzt und die Berglandwirtschaft neu aufgenommen. Die stilgerecht renovierte Osteria bietet für Gäste Unterkunft und ist zu einem Ort der Begegnung geworden.
Die Pionierzeit des Aufbaus ist heute abgeschlossen. Das Dorf gehört zu den schweizerisch geschützten Bauobjekten und geniesst als gesamtes Projekt im In- und Ausland grosse Anerkennung. Die sorgfältige Aufbauarbeit wurde mit verschiedenen nationalen und internationalen Preisen ausgezeichnet. Getreu den Zielsetzungen der Stiftung entwickelte sich im Dorf parallel zu diesem Aufbauprojekt und über die Jahre hinweg eine vom Bundesamt für Sozialversicherung und den Kantonen Bern und Tessin anerkannte, professionell geführte therapeutische Institution für junge Menschen und Erwachsene. Jürg Zbinden war bis Ende 2003 als Projektleiter verantwortlich für die therapeutische Gemeinschaft Bordei und für den Wiederaufbau der Dörfer Bordei und Terra Vecchia. Die verschiedenen Gemeinschaften der Stiftung Terra Vecchia bieten heute rund 90 Betreuungs- und 100 externe Arbeitsplätze an und beschäftigen 115 Mitarbeiter. 
Um den gestiegenen Anforderungen an die Transparenz im Sozialversicherungswesen zu genügen, wurde im Jahre 2004 der Bereich „Landschaftsschutz und Immobilien in Bordei und Terra Vecchia“ aus der bestehenden Stiftung herausgelöst und in eine neue Stiftung „Fondazione Terra Vecchia Villaggio“ eingebracht. In einer Vereinbarung haben die beiden Stiftungen den Grundsatz  festgehalten, im Zeichen ihrer gemeinsamen Herkunft die bisherige Verbindung zwischen Therapie und Rehabilitation einerseits und dem Wiederaufbau von Terra Vecchia und Bordei andererseits weiterzuführen.
Heute ist Jürg Zbinden Geschäftsführer der Fondazione Terra Vecchia Villaggio.

TERRA VECCHIA

Von Bordei aus in vierzig Minuten Fussweg oder quer über ein tiefes Tal hinweg mit einer Seilbahn erreichbar, liegt der wunderschöne, aber zerfallene Weiler Terra Vecchia, dem die ganze Stiftung ihren Namen verdankt. Seit Jahren ist man mit dem Wiederaufbau der Häuser beschäftigt. Es wurde gebaut, wenn Geld vorhanden war. Heute sind zwei Hauptgebäude im Rohbau erstellt und ein Schul- und Werkhaus fertig ausgebaut. Die restaurierte Kirche wird inzwischen als Raum für Konzerte und besinnliche Anlässe genutzt. Das Landwirtschaftsland wurde grösstenteils wieder nutzbar gemacht. Terra Vecchia wird dereinst Kinder und Jugendliche aufnehmen, die sich in Schule und sozialem Umfeld nicht mehr zurechtfinden und einen geschützten Ort der Betreuung und Geborgenheit brauchen.

Von Beginn weg war klar: Man wollte die Tätigkeiten nicht einseitig auf ein Gebiet ausrichten, vielmehr suchte man nach einer Synthese zwischen dem sozialen Engagement, den regionalen Bedürfnissen und der vielfältigen Kulturlandschaft. Ein verlassenes Dorf wieder aufzubauen bedeutet nämlich auch, eine sinnvolle Landwirtschaft und eine menschliche Kulturlandschaft zu pflegen und es mit neuen Impulsen wieder zu beleben.

Stiftung Terra Vecchia
Stiftungssekretariat
Melchenbühlweg 156
CH-3073 Gümligen

Tel: +41 31 951 33 45
Fax: +41 31 951 33 47

info@terra-vecchia.ch

 


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