therapie
Individuelle Förderung der Persönlichkeit
Im Sinne eines in die Tat umgesetzten humanistischen Menschenbildes gilt es, jeden Menschen in seiner Einzigartigkeit wahrzunehmen und seine Defizite zu akzeptieren. Gleichzeitig gehen wir davon aus, dass jeder Einzelne Entfaltungsmöglichkeiten hat, und leiten die uns anvertrauten Jugendlichen und Erwachsenen dazu an, Verantwortung für sich selber zu übernehmen. Wir achten einerseits darauf, dass sie nicht in neue einseitige Abhängigkeiten geraten, und zeigen ihnen anderseits, dass ein erfülltes Leben nur in gegenseitiger Verpflichtung möglich ist. Für diesen individuellen Entwicklungs- und Entfaltungsprozess stehen bei uns viele verschiedene Angebote auf dem Programm.
Kleine Behandlungseinheiten
Wir setzen unsere Aufgabe der Suchtrehabilitation in kleinen Lebens- und Arbeitseinheiten um. Die zwei Haupthäuser A und B umfassen eine maximale Gruppengrösse von 7 Bewohnerinnen und Bewohnern. Mit den Aussenwohnungen und der Aussenstation Corte umfasst unser Angebot gesamthaft 19 Plätze.
Die Häuser werden je von einem Team geleitet. In den Arbeitsbereichen, in denen weitgehend das gleiche Team arbeitet wie in den Wohnbereichen, reduzieren sich die Gruppengrössen auf 2 bis 4 Personen. Diese kleinen Lebens- und Arbeitseinheiten schaffen die Voraussetzung für eine persönliche Atmosphäre, ermöglichen die Beziehungspflege und verhindern gleichzeitig ein Verschwinden in die Anonymität. Durch gemeinsame Lebens , Arbeits- und Freizeitgestaltung erhalten wir in kurzer Zeit eine Vielzahl an Informationen über die Betroffenen. Diese Informationen werden gemeinsam mit ihnen aufbereitet und sollen zu einem klareren Selbstbild führen. Zudem werden die Problembereiche analysiert und entsprechende Therapieziele formuliert. So können einzelne Behandlungsziele festgelegt und in Zwischenschritten rasch angegangen werden.
Aufarbeiten der eigenen Lebensgeschichte
Zur vertieften Auseinandersetzung mit der eigenen Persönlichkeit und Biographie erhalten alle Bewohner und Bewohnerinnen einmal wöchentlich eine psychotherapeutische Sitzung. Ein- bis zweimal pro Jahr finden mehrtägige Gruppentherapiesitzungen mit der Gesamtgruppe statt. Hausintern findet vierzehntäglich eine Therapiesitzung statt, an der sowohl das Team wie auch alle Bewohner und Bewohnerinnen teilnehmen. Beauftragt mit dieser therapeutischen Arbeit ist ein externer Therapeut. Die Inhalte der Einzeltherapiesitzungen sind vertraulich und werden an niemanden weitergeleitet. Die Therapiemethoden sind vielfältig, unter anderem beinhalten sie Elemente der Gestalttherapie und der Themenzentrierten Interaktion.
Bildungsarbeit
Die verschiedenen Angebote im Bildungsbereich sollen die Betroffenen im Integrationsprozess unterstützen und ihre Chancen in der Arbeitswelt verbessern helfen. Im wöchentlichen Schulunterricht, der ab dem sechsten Monat obligatorisch ist, werden hauptsächlich Defizite in Deutsch und Mathematik angegangen. Auch die Teilnahme an externen Kursen (z. B. Volkshochschule oder Vereinsmitgliedschaft) ist möglich.
Regelmässig werden Handwerks- und Industrie-Betriebe oder Institutionen der näheren Umgebung besucht, um Einblicke in unterschiedliche Arbeitsfelder zu ermöglichen.
Im Weiteren besteht ein schulisches Unterstützungsangebot für Lehrlinge, welche die Ausbildung im Rahmen unserer Therapie aufgenommen haben oder weiterführen.
Körperbewusstsein
Die bewusste Wahrnehmung des psychischen und physischen Befindens ist ein weiterer Mosaikstein unserer Therapie. Bei der Körperarbeit soll die Wahrnehmung der eigenen Person verbessert und vertieft werden. Hierzu werden einzelne Angebote wie auch eine Lagerwoche veranstaltet. Zum regelmässigen Angebot gehören aber auch der wöchentliche Sportunterricht, das Klettertraining sowie Erlebniswochen (siehe Freizeit).
Zukunftsarbeit
Das Erarbeiten von Zukunftsperspektiven soll in den Bereichen berufliche Zukunft, Lebensweise und -form und geographischer Wohnsitz klare Vorstellungen entwickeln helfen. Persönliche Neigungen und Ressourcen werden dabei deutlich gemacht. Ebenso soll es möglich sein, etwas auszuprobieren. Folgende konkrete Angebote sind dabei behilflich: Berufsberatung, Einzelgespräche mit dem Arbeitsbereichsleiter oder der - leiterin und dem Hausleiter, von uns organisierte Betriebsbesichtigungen, Schnupperwochen oder Praktika. Bewohnerinnen und Bewohner, die noch keine abgeschlossene Ausbildung in einem ihnen zusagenden Bereich haben, werden intensiv bei der Lehrstellensuche und während der Lehre unterstützt.
Das Erarbeiten der Zukunftsperspektiven hat zum Ziel, die Betroffenen beruflich und gesellschaftlich wieder zu integrieren. Je nach individuellem Bedarf sind Praktika, Festanstellungen oder Ausbildungsplätze und oder externes Wohnen erste Schritte in eine gesellschaftliche Reintegration.
Nachsorge
Nach Abschluss der intensiven Therapiephase begleiten und unterstützen wir die Bewohnerinnen und Bewohner in den verschiedensten Bereichen bei Bedarf weiterhin.

